Aktuelles Menschenrechte sind nicht verhandelbar

Garmisch-Partenkirchen – Unter dem Motto „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“ ist das Garmischer Zentrum zu einem Ort der Begegnung, des Austauschs und des Zuhörens geworden. Beim Aktionstag der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe (KJE) rund um Teilhabe und Inklusion ging es nicht nur um Information, sondern um Gespräche auf Augenhöhe. Das passierte bei kostenlosem Kaffee mit Fachleuten der KJE sowie mit Menschen mit Behinderung. „Die Atmosphäre war offen, herzlich und geprägt von echtem Interesse“, sagt Vorständin Dr. Kathrin Klaffl. Schnell sei deutlich geworden: Das Thema Inklusion bewegt viele – und es betrifft die gesamte Gesellschaft.

„Inklusion bedeutet: Alle Menschen sind gleich wichtig und gleich viel wert“, betont Klaffl. Diese Haltung zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung. Besonders eindrücklich war die Beteiligung von Menschen mit Behinderung. Sie waren aktiv dabei, schilderten Hindernisse – aber auch Wünsche und Ideen für eine inklusivere Gesellschaft. Ganz im Sinne des Leitgedankens „Nicht über uns, ohne uns“ standen ihre Perspektiven im Mittelpunkt.

In vielen Gesprächen wurde deutlich, dass sich das Verständnis von Inklusion weiterentwickelt. Besucher formulierten immer wieder ähnliche Gedanken: „Vielfalt ist normal – Unterschiede zwischen Menschen sollten nicht nur akzeptiert, sondern als Bereicherung gesehen werden“, sagte einer. Ebenso wurde betont: „Mitmachen statt nur Dabeisein – es reicht nicht, im selben Raum zu sein. Inklusion heißt, aktiv am Leben in Schule, Arbeit und Freizeit teilzunehmen.“

Neben diesen persönlichen Perspektiven zeigte der Aktionstag auch, wie innovativ Inklusion heute gedacht werden kann. Moderne Ansätze setzen zunehmend auf individuelle Lösungen, digitale Unterstützung und flexible Strukturen – mit dem Ziel, Barrieren gar nicht erst entstehen zu lassen. Ein Beispiel dafür sorgte vor Ort für besondere Aufmerksamkeit: eine sogenannte Pflegerobbe, die vor allem in der emotionalen Unterstützung eingesetzt wird. „Sie kann das Wohlbefinden steigern und soziale Interaktionen fördern – ein anschauliches Beispiel dafür, wie Technik sinnvoll in der Inklusion eingesetzt werden kann“, unterstreicht Klaffl.

Auch neue Wohnformen wurden thematisiert. Die Idee inklusiver Wohngemeinschaften, in denen Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen zusammenleben und sich unterstützen, stieß auf großes Interesse. Solche Konzepte stärken Selbstbestimmung und machen Teilhabe im Alltag selbstverständlich.

Als moderner Anbieter stellte sich zudem die KJE mit ihren sieben Einrichtungen vor. Der Fokus liegt auf einem ganzheitlichen Ansatz: Bildung, Förderung, Arbeit, Beratung, Freizeit und Wohnen so gestalten, dass Wahlmöglichkeiten entstehen. „Ziel ist es, Menschen mit Behinderung nicht nur zu begleiten, sondern ihnen Raum für Entwicklung, Selbstbestimmung und echte Teilhabe zu geben“, sagt die Vorständin.

Der Aktionstag machte deutlich: Inklusion ist kein Nischenthema, sondern eine Aufgabe, die alle angeht. Die vielen Gespräche zeigten zudem, wie groß der Wunsch nach Austausch ist – und wie wichtig es ist, gemeinsam an kreativen Lösungen zu arbeiten.

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Quelle: 21. Mai 2026 | Garmischer-Tagblatt.
Foto: © KJE-Hilfe e.V.

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