Aktuelles Herzlicher Empfang für Ilse Aigner an den Werdenfelser Werkstätten
Herzlicher Empfang für Ilse Aigner (l.) an den Werdenfelser Werkstätten: Die Hausbewohner sowie Thomas Schwarzenberger (2.v.l.), Claudia Zolk (4.v.l.). Elisabeth Koch (im Hintergrund) und Dr. Kathrin Klaffl (2.v.r.) begrüßten die Landtagspräsidentin vor dem Eingang. © akr
Garmisch-Partenkirchen – Der Eindruck war stimmig und positiv: Die Bewohner der Werdenfelser Werkstätten berichteten über den großen Zusammenhalt im Haus und aus ihrem Arbeitsalltag – zu Gast war die große Politik, allen voran Ilse Aigner. Die Landtagspräsidentin nahm an der Dialogveranstaltung „Gelungene Inklusion vor Ort“ teil, gemeinsam mit CSU-Vertretern aus dem Landkreis. Dr. Kathrin Klaffl, Vorständin des Vereins Kinder-, Jugend- und Erwachsenenhilfe (KJE), richtete einen klaren sozialpolitischen Appell an Aigner: „Setzen Sie sich für eine stabile und gerechte Finanzierung der Jugend- und Eingliederungshilfe sowie der Kindertagesbetreuung ein!“
Gerade angesichts knapper Budgetmittel will Klaffl die Inklusion schützen. „Dieses Menschenrecht darf nicht an den nächsten Sparmaßnahmen scheitern“, betonte sie. Die Werdenfelser Werkstätten, eine von sieben Leistungsangeboten des KJE, seien Orte der beruflichen Bildung und sozialen Integration. Immer wieder sei es möglich, Beschäftigten den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Grundsätzlich sei der Verein mit Netzwerken und Förderern gut aufgestellt, schilderte Klaffl, doch es brauche weitere Unterstützung auf kommunaler, Landes- und Bundesebene. Darüber hinaus appellierte sie, Fördermittel für Wohnen, Arbeit und Bildung von Menschen mit Behinderungen sicherzustellen. „Da muss der politische Wille da sein!“
Höhepunkt war, als Hausbewohner Kilian den Serviceroboter „Bella“ bediente – diese Geräte sind mittlerweile fest im Arbeitsalltag integriert. Der fahrende und sprechende Apparat überbrachte der Landtagspräsidentin ein Geschenk: Feueranzünder, hergestellt in den Werkstätten, für ihren Ofen. „Menschen mit Beeinträchtigungen leisten Hervorragendes“, würdigte Aigner die Arbeit der Einrichtung und lobte sie als Arbeits- und Lebensraum. Sie versprach, sich für die wirtschaftliche Ausstattung des KJE einzusetzen, äußerte bei einem anderen Thema jedoch Bedenken: „Die demokratische Grundordnung ist zuletzt ins Wanken gebracht worden.“
Claudia Zolk betonte die soziale Verantwortung im Landkreis: „KJE ist kein Randthema, kein Zusatzangebot, sondern das Fundament. Hier bekommen Menschen Halt, Struktur und Anerkennung.“ Elisabeth Koch begrüßte zunächst KJE-Gründer Alfred Heinle und den langjährigen Geschäftsführer Ronald Kühn und hob die soziale Infrastruktur als Rückgrat einer Gemeinde hervor. „Da fühle ich mich als Bürgermeisterin sehr geehrt“ und verwies auf die Perspektiven, die der KJE für Schwache entwickelt, und auf die gelebte Menschlichkeit, die er verkörpert.
Gleich mehrere Hüte trug Thomas Schwarzenberger. Als Bezirkstagspräsident – der Bezirk finanziert den Großteil der Eingliederungshilfe – lobte er das inklusive Wohnen. Ein Konflikt entstünde jedoch, wenn Schwimmbäder, Straßen oder Feuerwehrhäuser gebaut werden müssen und gleichzeitig Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen finanziert werden sollen. Er kritisierte in diesem Zusammenhang übermäßige Bürokratie und unklare Zuständigkeiten.AKR
Quelle: Münchner Merkur
Bilder © KJE-Hilfe e.V.